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 Konzertberichte
Slim Offline




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Punkte: 466

16.02.2011 16:41
Greg Koch oder die Kunst gelassen zu bleiben Zitat · antworten

Greg Koch Konzerte sind so etwas wie eine Herausforderung für den geneigten Konzertgeher - aber ich fange mal anders an:

Schon immer waren Gitarristen Idole, gottnee, was war ich von Alvin Lee´s "Goin´Home" solo begeistert (1968 !), schnell und flüssig, J. Winter toppte das zu seinen guten Zeiten noch mehr, Hendrix blew my mind, Yngwie Malmsteen, der Paganini schlechthin. Die Liste ist endlos an Gitarristen die einem vermeintlich zeigten wo´s langzugehen hat, wieviele Gitarristen haben im übertragenen Sinne nach dem Konzertbesuch ihres Idols ihr Instrument verkauft, verbrannt, frustriert in die Ecke gestellt, viele haben sich in endlosen Proberaumstunden hier und da ihrem Idol angenähert, manche (wenige) bis zum totalen Abziehbild desjenigen entwickelt. Warum ich das so erzähle ? Weil ich es für ein sinnloses Unterfangen halte, diesen Greg Koch als Massstab aller Gitarristen darstellen zu wollen, er ist vom Level her nach meinem Dafürhalten sowas von "on the top", das man im Versuch ihn zu kopieren zwangsläufig scheitern muss, und das ist gut so.

Was er mit seinem Trio gestern im Talbahnhof bot, war schlicht ein Ohrenschmaus. Kleines Besteck (drei Bodentretminen (Fuzz, Wahwah, Gristler und ein clean eingestellter Fenderamp - tja, das war´s auch schon) eine Tele, eine Strat und ein feeling in den Fingern das seinesgleichen sucht. Seine Riffs, kaskadenartige chickenpickenläufe, vollkommen neuartige(!) Bluesharmonien (gebendete 6er und 7er Griffe !?)witzigen Zitateinstreuungen und das alles tight und mit genialem sound.

Nein, hier ging´s nicht darum, "schaut mal, das kann ich auch" oder nur um der Technik willen was vorzuführen. Es ist alles songdienlich, passt dazu und wird vor allem sehr sympathisch mit viel understatementhumor präsentiert wie zB. "you know Jimi Hendrix Red House Blues?" Na klar, viele rufen yeah!, er dann:" I play this for years, can´t match Jim, so I´m gonna disappoint you now and here", grinst und legt los. Alle die jetzt ein Abziehbildsolo hendrixscher Machart erwarten werden jetzt auch enttäuscht, aber belohnt mit witzigen, abgedrehten neuen Soloideen, das es eine wahre Freude ist.

Und das ist es im Grunde genommen was man von so einem Konzert erst begreifen muss. Ein so hohes Niveau eröffnet dem ausführendem Musiker und Zuhörer ganz andersartige Ausdrucksweisen, Interpretationsmöglichkeiten und Zuhörerlebnisse. Und ganz wichtig dabei: in der Güte ist es ihm wohl alleine vorbehalten, das auch so zu interpretieren. Lernen von ihm ? Aber eindeutig ja ! Kopieren - vergiss es ! Ist aber kein Grund zur Verzweiflung, denn jeder Gitarrist hat seine Vorzüge und Stärken die in seinen persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten begründet sind, das macht ja jeden von uns so einzigartig, vorausgesetzt man ist authentisch dabei und kein Abziehbild von - Greg Koch z. B. ! Ganz neidlos gesagt: ich bin froh, dass es so einen Ausnahmekünstler gibt und ich ihn mir auch noch öfters "geben" werde, auch wenn ich genauso auf John Lee Hooker abfahren könnte...

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